Straßenmeisterei Sierndorf

Sierndorf - NÖ — Neubau,

Energieeffizient und recyclinggerecht:

Alle tragenden Bauteile inklusive Verwaltungs- gebäude wurden in Holz errichtet.

Nutzung von solarer Energie und Wärme sowie biogene Heizenergie (Hackschnitzelheizung).

Einsatz von umweltfreundlichen und emissi- onsarmen Baumaterialien.

Die Straßenmeisterei Sierndorf liegt in völlig unbebautem Gebiet in unmittelbarer Nähe der Schnellstraße nach Prag. Diese Situation gibt somit wenig gestalterische Anhaltspunkte, kennzeichnend für den Naturraum sind lediglich die vorhandenen Flurteilungen und die sie schräg durchschneidende Landesstraße. Der an den Flurrändern sowie entlang der Schnellstraße starke Baumbestand charakterisiert den Naturraum weiter. Ein Einzelgehöft in weiterer Entfernung kann als Maßstab gebendes Element nur annähernd wirksam werden. Der vorgeschlagene Entwurf orientiert sich an den typischen, im Weinviertel durchaus häufig vorkommenden Gehöften, deren Einzelgebäude in mehr oder weniger strengen und orthogonalen Formen einen Hof umschließen, mit Vegetation stark umstanden sind und somit inselartig in der agrarisch genutzten Flur liegen. Diese Hofformen, die zumeist in herrschaftlichem Besitz waren, trennten ihre Einzelgebäude streng nach Funktionen, der umschlossene Hof war Lebens- und Wirtschaftsraum zugleich. Dem Prinzip des umschlossenen Hofes folgend werden im Entwurf die Einzelgebäude derart angeordnet, dass eine Minimierung der versiegelten Fläche bei gleichzeitiger Optimierung der Abstands- und Rangierflächen für die Einsatzfahrzeuge entsteht. Die gesamte Anlage wird symbolisch von einer etwa 1,50m hohen Mauer umschlossen, die an mehreren Stellen mit heckenähnlichen Bepflanzungen bereichert bzw. unterbrochen ist. Die Nutzgebäude folgen ihrem Verwendungszweck entsprechend einer pragmatischen und technisch orientierten Gestaltung , lediglich das Verwaltungsgebäude am „Drehpunkt“ der Gesamtanlage zeigt sich in seiner Gestaltung als mäandrierender, mit Putzfassade versehener monolithischer, jedoch abgehobener Baukörper. In den stärker verglasten Bereichen des Erdgeschosses ist die Verwaltung mit hervorragendem Überblick über den gesamten Hof sowie den Vorbereich untergebracht. Ähnlich den beispielgebenden Gehöften entsteht somit ein ruhiger, in seinen Materialien angemessen changierender Gesamtkomplex, der nunmehr mit Vegetation umstanden ist und ebenfalls inselartig in der ihn umgebenden Flur zu liegen kommt. Die oben bereits beschriebene Anordnung um einen in seiner Größe optimierten Hof bringt kurze Wege für Mensch und Maschine mit sich. Die Anordnung der Verwaltungsräume unmittelbar an der Einfahrt in einer vorgeschobenen Position bringt hervorragende Übersicht mit sich. Getrennte Eingänge bzw. Einfahrten für Mensch und Maschine unterstützen den optimalen Arbeitsablauf für alle beschäftigten und Besucher. Nach den Vorgaben des Raumprogramms wurden die Funktionen derart in Gebäuden zusammengefasst, dass beheizte und unbeheizte Gebäudeteile in absteigender Reihenfolge angeordnet sind. Die Position des Heizhauses liegt an idealer Stelle zwischen den beheizten Gebäudeteilen. Sämtliche Lager und Fahrzeughallen besitzen durch die Form des windgeschützten Hofes optimale Rangier- und Abstandsflächen.

In unmittelbarer Nähe zum Verwaltungsgebäude wurde in wind- und verkehrslärmgeschützter, gleichzeitig jedoch südorientierter Lage ein gartenähnlich gestalteter Freibereich den Aufenthaltsräumen der Mitarbeiter vorgelagert. Darüber befindet sich unter den gleichen Gesichtspunkten die im Raumprogramm angeführte Dienstwohnung. Sämtliche Parkplätze für PKW liegen vor der Anlage im nicht versperrbaren Bereich mit unmittelbarem Zutritt in das Verwaltungsgebäud e . Mit Ausnahme der Stützsysteme in den weitgespannten Hallen und ihren Stahlbeton-Stützen werden sämtliche Gebäude mit Holz- bzw. Holzverbundwerkstoffen errichtet . Die Fassadenkonstruktionen der Hallengebäude sehen Aluminium bzw. Stahlblechkassetten mit unterschiedlicher Wärmedämmstärke je nach Erfordernis vor. Das Verwaltungsgebäude , das ebenfalls zur Gänze aus Holzwerkstoffen (Kreuzlagenholzplatten) errichtet werden soll, erhält einen monolithisch wirkenden, mineralischen Putz auf einer Wärmedämmebene. Die Auslegung des Gebäudes in energietechnischer Hinsicht ist als Niedrigstenergiehaus mit kontrollierter Raumlüftung und Niedrigtemperaturflächen zur Abdeckung des Restwärmebedarfes vorgesehen. Der geringe Glasflächenanteil trägt zu diesem hohen Zielwert ganz wesentlich bei. Durch den geringen sommerlichen Wärmeeintrag sowie durch geringe EDV- Abwärmeleistungen ist ein behagliches Raumklima in den Sommermonaten zu erwarten.

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