Entzugsstation Haus 52

Mauer - NÖ — Neubau - Wettbewerb 1. Platz,

Das derzeit bestehende Landesklinikum Mauer ist in seiner Nutzungsvariabilität und kapazität an seine Grenzen gestoßen. Deshalb war es notwendig, einen neuen Masterplan zu erstellen, der als Zielsetzung die Zukunft des Landesklinikums sicherstellen soll. Die Drogentherapie Mauer ist nun ein Baustein des neuen Masterplanes für das Landesklinikum Mauer. Der Bauplatz befindet sich im nördlichen Teil der Anlage hinter dem bestehenden Haus 8. Der streng symmetrischen Anordnung der Bestandsgebäude wird im Masterplan ein orthogonales Ordnungssystem untergeordnet. Die neue Drogentherapie ist nun Teil dieser neuen Struktur, dessen Vorderkante liegt in einer Flucht mit den anderen Neubauten. Durch eine neu zu errichtende Ringstrasse werden die Neubauten und somit auch die Drogentherapie erschlossen und versorgt. Auch das Gebäude ordnet sich dieser Ordnungsstruktur unter. Die vorgesehene Nutzung ist im Wesentlichen in einem eingeschossigen Baukörper untergebracht. Die Funktionen des Gebäudes sind um einen Innenhof angeordnet, der Geborgenheit vermittelt und das Zentrum von Therapie und Pflege darstellt. Das Gebäude wird durch einen überdachten seitlichen Eingang betreten. Das anschließende Foyer vermittelt Übersicht durch seine direkte Anordnung zum Innenhof. Bettentrakt, Verwaltung, Therapie und Funktionsräume sind blockhaft angeordnet. Im Herzen des Gebäudes befinden sich die Aufenthalts- und Tagräume, welche zum Innenhof und zu einem Atrium angeordnet sind. Nachdem die Ausformung und Gestaltung der Bestandsgebäude einen wesentlichen Beitrag zur Ära des Jugendstils darstellt und als solche unter Denkmalschutz stehen, ist die Erscheinung des neuen Gebäudes derart gestaltet, dass dessen Architektur nicht konkurriert, sondern nach Harmonie mit dieser strebt. Das Gestaltungskonzept des Neubaues geht von einer Analyse der Bestandsbauten aus. Die im Jugendstil errichteten Gebäude bestehen im Wesentlichen aus dem massiven roten Sichtziegelmauerwerk und diversen, im Stuckaturputz hergestellten weißen Verzierungen, den Ornamenten. Der Neubau will sich diesem Gestaltungsprinzip anpassen, aber neu interpretiert. Den massiven Grund bildet das moderne Vollwärmeschutzsystem mit grober Textur (Quetschputz) und ziegelartiger Farbgebung, die Sonnenschutz-Schiebeläden die „Schlagsahne“ (Verzierung). Vor der Voll- wärmeschutzfassade wurden 3-fach schienengeführte, mit Lochblech versehene Schie- beläden geführt, welche vor den Fenstern die Funktion des Sonnenschutzes übernehmen. Es handelt sich um elektrisch betriebene Schiebeelemente, vierpunktig gehalten, mit Führungsschienen oben und unten. Der Laden selbst ist ein ca. 4,20 m hoher und 1,45 m breiter Aluminiumrahmen mit seitlichen Profilverstärkungen, der mit einer in Musterform gelochten, pulverbeschichteten Aluplatte beplankt ist. Die laut Bauphysik (max. 25 % Transparenz) erforderliche Abschattung wird dadurch erreicht. Das Wesentlichste an dieser Gestaltung ist, dass die Patienten durch leichte und luftige Architektur fröhlich gestimmt werden. Dies wird durch möglichst großzügige Fassadenöffnungen und die vorgelagerte Sonnenschutzeinrichtung, welche das Symbol des Segels darstellt, erreicht. Das Gebäude ist in einer parkähnlichen Landschaft eingebettet und geht mit dieser durch viele Austrittsöffnungen und Hofsituationen eine Symbiose ein, so dass großzügige Verweilsituationen in der Natur entstehen.

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