Renaissanceschloss Gemeindezentrum

St. Peter in der Au - NÖ — Generalsanierung,

Das Schloss St. Peter in der Au ist ein ehemaliges Wasserschloss aus der Renaissancezeit mit einem zinnengekrönten Turm aus dem Mittelalter. Der Zugang zum Schloss erfolgt über eine gemauerte Brücke zum Renaissance - Eingangstor mit den Rollen der ehemaligen Zugbrücke. Die Eingangshalle ist eine zweischiffige Querhalle mit Kreuzgratgewölben. Im Innenhof wurden im 16. Jahrhundert Laubengänge errichtet. Im Jahr 1999 wurde das Schloss von der Gemeinde St. Peter gekauft. Im Jahr 2000 veranstaltete die Gemeinde St. Peter einen geladenen Architektenwettbewerb zur Umgestaltung des Schlosses im Hinblick auf die Bewerbung zur Durchführung der NÖ Landesausstellung 2007. Die Konzeption des Umbaues zeichnet sich durch eine gelungene Mischung einer Gesamtsanierung nach denkmalpflegerischen Grundsätzen sowie der Neuordnung der inneren Funktionsabläufe durch klare, aber örtlich beschränkte Eingriffe in die historische Bausubstanz aus. Ergänzende Maßnahmen und Ziel der Sanierung war eine weitestgehende Erhaltung des heutigen Erscheinungsbildes. In Teilbereichen wurden Rückbauten auf den historisch korrekten Zustand vorgeschlagen (z.B. Arkadenvermauerung). Punktuell wurde jedoch in die historische Substanz mit modernen Gestaltungsmitteln eingegriffen („Turmstiege, Fassadenöffnungen im Osten). Wesentliche bauliche Maßnahme war die Errichtung der neuen Hauptstiege, die sich die zentrale Lage des Bergfrieds zu Nutzen macht und durch eine spektakuläre Baumaßnahme mitten durch seine etwa 3,50m dicke Außenmauer geschnitten wurde, wobei die Schnittflächen selbst sichtbar geblieben sind. Die neue Treppe durch den Turm ermöglicht eine zentrale Verteilung und schafft kurze, direkte Verbindungswege. Die gewölbte Eingangshalle kann als Ausstellungsraum genützt werden, der historisch wertvolle Boden wurde abgedeckt und teils mit betretbaren Glasplatten erlebbar gemacht. Die funktionalen Einheiten der einzelnen Nutzungsgruppen wurden so angelegt, dass sie autark funktionieren und gegenseitig zu jeder Betriebszeit sperrbar sind. Die Doppelverwendung einzelner Räume ist leicht möglich. Weiters ist durch die Zusammenlegung von mehreren Räumen des Obergeschosses ein Festsaal entstanden, der im Zusammenspiel mit den historischen Prunkräumen aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ideale Veranstaltungsmöglichkeiten bietet. Die Notwendigkeit, sowohl während der Landesausstellung als auch im Betrieb danach Räumlichkeiten für etwa 500 Personen zur Verfügung zu stellen, hat zur Entscheidung geführt, den Innenhof zu überdachen. Die Forderung des Bundesdenkmalamtes nach möglichst geringen Eingriffen in die Bausubstanz sowie die asymmetrische Form des Hofgrundrisses ergab die Entwicklung eines hydraulischen Großschirmes mit unter- schiedlich langen Schirmarmen. Zusammen mit der ausführenden Firma Texlon aus Giswil am Sarnersee in der Schweiz ist weltweit erstmalig ein Schirm dieser Größenordnung und

Ausführung vollständig einfahrbar projektiert worden. Veranstaltungen jeder Größenordnung können vor Wind und Wetter geschützt im Hof abgehalten werden. Die an Dramatik kaum zu überbietende Bewegung des beinahe 600m2 großen Schirmes wurde zu einer ganz besonderen Attraktion. Der Süd- und Ostflügel des Obergeschosses beherbergt heute das Gemeindeamt von St. Peter in der Au. Nach dem Jahr der Landesausstellung wurden die dafür vorgesehenen Räumlichkeiten endgültig als Gemeinde- und Veranstaltungszentrum fertig gestellt. Das Schloss ist nun für die vielfältigen kulturellen und gesellschaftlichen Aktivitäten der Gemeinde ein würdiger und repräsentativer Rahmen, der sich harmonisch ins Ortsbild einfügt.

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