Mittelschule Carlbergergasse

Wien - Liesing — Neubau - Wettbewerb 1. Platz,

Im Jänner 1995 wurde in einem Gutachter- verfahren für den Neubau einer 20-klassigen Hauptschule das Projekt von Arch. Zieser zur Ausführung ausgewählt (Wettbewerbe Heft 139/140, Jän./Feb.1995). Im Frühjahr 1996 wurde seitens der Stadt Wien beschlossen, das Raumprogramm der Schule grundlegend zu verändern. Die Schule sollte demnach nur noch 12 Stammklassen beinhalten, die Turnsaaleinheit wurde von einer Dreifach-Turnhalle auf eine einfache Halle reduziert. Ins Raumprogramm aufgenommen wurden selbständig funktionierende, aber ins Gebäude integrierte Einheiten einer Ganztagesbetreuung sowie eines Kindertagesheimes. Darüber hinaus wurde das dem Entwurf zugrunde liegende Konzept einer zentralen Pausenhalle nicht mehr gewünscht. Diese Umstände sowie die Annahme, daß das an den Bauplatz angrenzende private Grundstück damals für die Errichtung des dort geplanten Parks langfristig nicht zur Verfügung stehen würde, machten eine grundsätzliche Neuplanung der Schule notwendig. Dieser Entwurf wurde innerhalb von zwei Jahren ausgeführt, im September 1999 wurde die Schule ihrer Bestimmung übergeben. Der damals in Frage stehende Park wird zur Zeit ausgeführt. Die Baukörper der Schule übernehmen das orthogonale Ordnungssystem des größeren städtischen Umraumes. Sie entsprechen in Größe und Proportion den Bauten der Umgebung, die besonders im Westen von Bauten gewerblicher Nutzung geprägt ist. Das räumliche Konzept der Schule basiert auf der Idee einer kubischen Großform, in der durch verschieden große Ausnehmungen qualitativ differenzierte Innenhofbereiche entstehen. Die Schule gliedert sich entsprechend den übergeordneten Funktionsbereichen in Hauptschule, Freizeitunterricht und Kindergarten. Jeder dieser Bereiche verfügt über einen separaten Zugang, wobei der Kindergarten von der Canevalestraße fußläufig erschlossen wird. Die Anlage umschreibt im Inneren einen großzügigen Pausenbereich mit daran angeschlossenem, leicht abgesenktem Hartplatz. Über eine zentrale Eingangshalle wird der zweigeschossige Baukörper erschlossen. Sämtliche Unterrichtsräume sind dem Pausenbereich abgewandt und entsprechend den Himmelsrichtungen angeordnet, d.h. die Stammklassen sind ostwärts, die Freizeitklassen westwärts und die Gruppenräume des Kindergartens nach Süden orientiert. Die Räume der Hauptschule befinden sich im Erdgeschoß und im 1.Stock des einhüftigen, ostseitig orientierten und im 1.Stock des zweihüftigen, westseitig orientierten Bauteils der Schule. Die Verwaltung ist straßenseitig über der Eingangshalle situiert. Sämtliche Stammklassen liegen entlang eines zum Innenhof orientierten Pausenganges. Der Freizeitunterricht befindet sich im Erdgeschoß des zweihüftigen, westorientierten Bauteils mit

einer Zugangsmöglichkeit von der Carlbergergasse. Der 2-geschossige Kindergarten bildet den südlichen Abschluß der Schule. Ein Zugang erfolgt von der Canevalestraße. Der Turnsaal bzw. der Gymnastikraum liegen ebenerdig und bilden den südlichen Abschluß des Innenhofes. Der Turnsaalbereich ist über den östlichen Klassentrakt und über einen Zugang von der Canevalestraße zugänglich. Vom Kin- dergarten gibt es eine zusätzliche Verbindung. Die Freiflächengestaltung ist als topographische Grundebene zum architektonischen Konzept des Gebäudes zu verstehen. Erdbewegungen in Form von bespielbaren erhöhten oder versenkten Wiesenplateaus ziehen sich von Norden bis ans südliche Ende der Freifläche. Diese Plateaus sind Aussichtsplattformen, Spielflächen, mit besonderer Geräteausstattung und durch ihre Böschungen Rodel- und Rutschlandschaften. Erd-, Wiesenwälle verbinden durch ihre Lage Funktionsräume und sind bespiel- und bekletterbar.

Loading...