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Wohnhausanlage Klosterneuburg

Klosterneuburg
Neubau, 2016
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Niederösterreichische Wohnbaugruppe WET
Wettbewerbsbeitrag 2. Platz

Städtebauliches/Baurechtliches
Die Steilheit des Grundstückes und die Notwendigkeit, die Bebauungsbestimmungen optimal auszunutzen führt zur Entscheidung, zwei villenartige Gebäude auf dem Grundstück anzuordnen. Diese werden unter den gegebenen Bestimmungen der Bauklasse III mit vier Geschossen ausgeführt unter beziehen sich in ihrer Höhenentwicklung auf den §53(10) NÖ BO (Giebelflächen an allen vier Fassaden sowie eine sich daraus ergebende max. Gebäudehöhe von 14,00m). Die Baukörper selbst staffeln sich entlang der inneren Wohnungstrennwände den Hang hoch, sodass jede Wohnung des jeweiligen Erdgeschosses einen ebenen Garten erhält. Die Anordnung der Baukörper auf dem Grundstück sowie die Abstände zu den Grundgrenzen entsprechen den Bestimmungen der NÖ BO. Die jeweilige Fassadenlänge der Gebäude beträgt max. 15,00m, sodass H/2 als Abstand zu den Grundgrenzen angenommen werden darf. Bei der Bemessung des seitlichen Bauwichs entlang des südlich angrenzenden Fahnengrundstückes wird §50(4) in Anspruch genommen: „Bei Fahnengrundstücken darf der streifenförmige Grundstücksteil je zur Hälfte seiner Breite dem Bauwich der angrenzenden Grundstücke angerechnet werden.“ Die Berechnung der Gebäudehöhen selbst erfolgt in Anwendung des §53(10) unter Anordnung von allseitigen Giebelflächen und einer damit möglichen maximalen Gebäudehöhe von 14,00m in der Bauklasse III bzw. 11,00m in der Baukl. II.

Funktionales/Erschließung
Das östliche Gebäude wird von der Straßenseite her erschlossen, das westliche, hangseitig gelegene über eine Außentreppe an der nördlichen Grundgrenze und einem eigenen Eingangsbauteil im 2. Obergeschoss. Barrierefreier Zugang besteht über die Tiefgarage zu beiden Gebäuden und allen Geschossen. Die Tiefgaragenzufahrt selbst liegt auf Straßenniveau an der nördlichen Grundgrenze, davor befinden sich Abstellplätze für Fahrräder. Die beiden Gebäude sind im Hinblick auf gute, ökonomische Ausnutzung des Grundstückes als Vier- bzw. Dreispänner ausgebildet. Damit ergibt sich eine gute Durchmischung an Wohnungsgrößen, in Summe 24 Wohnungen mit 1818m2 Wohnnutzfläche. Jeder Wohnung ist ein Balkon, ein Gartenanteil oder eine Dachterrasse zugeordnet. Die Balkone liegen in den baurechtlich notwendigen Rücksprüngen, sind somit zweiseitig umschlossen und zu den Aufenthaltsräumen großzügig verglast. Einzelne kleine Wohnungen sind durch das zentrale Stiegenhaus immer wieder zusammenlegbar, große auch teilbar, sodass eine hohe planerische Flexibilität mit Rücksicht auf die Marktlage besteht. In der Dunkelzone des Hanges liegen die notwendigen Einlagerungsräume sowie jeweils ein Hobby- und Weinlagerraum (Kellerraum), Standard im freifinanzierten Wohnbau. In der unmittelbaren Umgebung befinden sich mehrere Spielplätze (unter 400m), sodass die Errichtung eines eigenen Spielplatzes entfallen kann.

Gestalterisches
Die Anordnung von heterogenen Wohnungsgrundrissen und -typen, bedingt durch die steile Hanglage, übereinander und nebeneinander hat zur Ausbildung einer Fassade mit 50cm Rastermaß geführt. In diesem Raster lassen sich Wandflächen und Fensteröffnungen teppichartig zu einer attraktiven und gestalterisch hochwertigen Fassadenlösung zusammenführen. Die Balkongeländer sind als Nurglasbrüstungen ausgeführt, was den Gesamteindruck nochmals entscheidend aufwertet. Die Erfahrung zeigt, dass im freifinanzierten Wohnbau immer noch klassische, punktförmige Erschließungssysteme gegenüber Laubengangtypen bevorzugt werden, da lange Gänge als wenig repräsentativ und attraktiv empfunden werden. Ebenso ist die Ausbildung eines großzügigen Foyers mit Briefkastenanlage und Wartemöglichkeit unumgänglich. Die Fassaden selbst sind entweder aus vorgehängten Elementen gefertigt oder bei wirtschaftlicher Notwendigkeit als Vollwärmeschutz-Verbundsystem ausgeführt. Raumhohe Verglasungen sind in diesem Preissegment selbstverständlich. Die beiden Stiegenhäuser sind natürlich belichtet. Die Gesamterscheinung der Wohnhausanlage soll den örtlichen Rahmenbedingungen Klosterneuburgs entsprechen, somit einem durchaus repräsentativen, aber noch angemessenen Ambiente entsprechen. Die vielfach abgetreppten, terrassenförmig angelegten Gartenflächen werden entsprechend gärtnerisch ausgestaltet.

Technisches
Entsprechend den statischen Erfordernissen wird die Tiefgarage als dichte Stahlbetonwanne ausgeführt, ebenso die darüber liegenden unterirdischen Geschosse. Aus preislichen Überlegungen können die tragenden Wände der Obergeschosse durchaus in Ziegelbauweise errichtet werden. Sämtliche Decken sind Stahlbetondecken. Die Fassaden werden, wie bereits beschrieben, je nach finanziellen Verhältnissen als vorgehängte Systeme oder aber auch in VWS ausgeführt. Alle Dachflächen werden als Flachdächer, ent- weder als Warm- oder Umkehrdachsystem ausgebildet. In haustechnischer Hinsicht wird zu überlegen sein, ob der Einbau von Wohnraumlüftungsgeräten dem Zielpublikum entspricht und eine preisliche Angemessenheit erreicht werden kann. Erfahrungsgemäß werden diese Systeme im freifinanzierten Wohnbau nicht besonders geschätzt. Demgegenüber wird ein hohes Augenmerk auf die elektrotechnische Ausstattung zu legen sein. Automatisierte Sonnenschutzeinrichtungen sollten selbstverständlich sein. Ob ein BUS- System zum Einsatz kommt, wird zu entscheiden sein. Als Wärmesystem wird, wenn vorhanden, Fern- wärme oder alternativ eine reversible Wärmepumpe zum Einsatz kommen. Der Einbau von Kühlgeräten, entweder im Verband mit einer Wärmepumpe oder als Split-Einzelgeräte zählt in dieser Wohnkategorie bereits zum Ausstattungsstandard.