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Burgarena Reinsberg

Reinsberg, NÖ
Revitalisierung einer historischen Burganlage, 1999
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Entwurf/Fertigstellung 1997 - 1999
Marktgemeinde Reinsberg
NÖ Stadt- und Dorferneuerungspreis 1999
Europäischer Stadt- und Dorferneuerungspreis 2000, Mönchengladbach
Architekturpreis des Landes NÖ 2000
Hauptpreis freiraum 2001 für temporäre Architektur 2002
Fotos © Rupert Steiner

Kernstück der Anlage ist die weltweit einzigartige mobile und temporäre Überdachung des unteren Burghofes. Ein gebrauchter Autokran, der auf einem Stahlbetonfundament stationär aufgestellt ist, stellt das Herz der neuen Anlage dar. Sein hoch aufragender Gittermast trägt eine riesige elliptische Leichtkonstruktion, die mittels Stahlseile am Boden verankert wird. Durch die Drehbarkeit des Autokranes sind verschiedene Positionen der Überdachung möglich. Je nach Veranstaltungstyp und Lage der Bühne können entweder bis zu 500 Zuschauer oder die jeweilige Bühne überdacht werden. Durch die enorme Tragkraft des Kranes und die besonders leichte Bauweise des Daches ist die Konstruktion bis zu einer Windgeschwindigkeit von 120 km/h benutzbar. Das Dach selbst besteht aus Aluminiumfachwerkträgern, die mit weißer Kunststoffplane sowie einem darüberliegendem Regenzerstäubernetz bespannt sind. Die Konstruktion ist sehr leicht zerlegbar und kann daher außerhalb der Spielzeit bequem abgebaut werden. Unmittelbar angrenzend an den unteren Burghof wurde ein Infrastrukturgebäude mit Buffet, Küche, Büro und großer, überdachter Zuschauerterrasse im Erdgeschoß sowie Einrichtungen für den Aufführungsbetrieb und Lagerräumen in zwei Untergeschossen errichtet. Das Gebäude besteht aus einer Stahlgrundkonstruktion mit leuchtend roter Holzfassade. Seine Gestaltung sucht sehr bewußt den Kontrast zum schweren Bruchsteinmauerwerk des Bestandes. Das Hauptgebäude und auch historisch älteste Teil der Burganlage wird in der Höhe des oberen Burghofes durch Stahlbetonstützen und balkonartige Stahlkonstruktionen ergänzt. Ein Durchbruch zum oberen Saal ermöglicht die leichte Begehbarkeit. Ebenfalls leuchtend rote Überdachungen dieser Balkone erinnern an die Symbolik von Zugbrücken und die farbliche Gestaltung von alten Burganlagen. Die gesamte Anlage entspricht den behördlichen Auflagen zum Betrieb einer Spielstätte. Im Bereich des unmittelbar unterhalb der Burgruine gelegenen Sattels wurden ausreichend Stellplätze für Besucher errichtet. Die fliegende, leuchtende Scheibe der Überdachung ist zum neuen Wahrzeichen von Reinsberg geworden.