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Galerie NÖ

Krems, NÖ
Neubau, 2014
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Wettbewerbsbeitrag 2014

Städtebauliches
Der Neubau für die Erweiterung der Kunstmeile in Krems an der Donau liegt im Kreuzungsbereich zwischen Steiner Landstrasse und Doktor-Karl-Dorrek-Straße und bildet den Kopfbau einer blockartigen Bebauung. Durch seine exponierte Lage wird das Haus vom Anlegeplatz der Donau aus als Highlight empfunden. Die um fast 3 m erhöhte Lage des Hauses gegenüber der südlichen Umgebung unterstreicht die Sonderstellung. Im Bereich der Steiner Landstrasse rückt der Kopfbau etwas Richtung Kunsthaus und leitet so harmonisch in die Gasse zum Steiner Tor über. Ein kunstvoll geschwungener Steg verbindet weiter den Bootsanlegeplatz mit der neu geschaffenen oberen Promenade und stellt so eine direkte Verbundenheit mit der Kunstmeile her.
Gestalterisches
Das neue Haus wird dem Anspruch des Bauherrn nach einem Leuchtturm in vollem Maße gerecht. Seine semitransparente äussere Gebäudehülle mit seiner "Donauwelle" und der innere geschlossene weisse Kern erzeugen gegenüber dem Betrachter Erstaunen und Spannung. In den Abendstunden wird die Fassade durch eine kunstvolle LED-Beleuchtung abgebildet. Um das Haus herum wird eine bodenebene Wasserfläche eingesetzt, die einerseits den Effekt als Juweel erhöht und andererseits dem Haus den nötigen Respekt verschafft. Über Brücken gelangt man durch ein überdimensionales Tor in das Haus. Durch das räumliche Erlebnis der überhöhten Halle des Eingangsbereichs führt der Blick des Besuchers zur kaskadenartigen Freitreppe, welche alle Ausstellungsgeschosse erschliesst. Eine optimale Orientierung ist somit gewährleistet. Im Gegensatz zur streng kubischen Anmutung des Gebäudes legt sich der Steg in einer geschwungenen Form an das Haus. Die Auf- und Abgänge stechen durch ihre dynamische ovale Form hervor und bilden einen gelungenen Kontrast zum Haus.
Konstruktion
Aufgrund der hohen Deckenlasten wird angedacht, eine Cobiax-Stahlbetondecke mit einem Stahlbeton-Stützen-Raster einzusetzen. Das erlaubt hohe Spannweiten bei niedrigem Betonverbrauch = geringem Gewicht. Dadurch wird es möglich, die Trennwände in den Ausstellungsflächen nichttragend und somit flexibel anzuordnen. Der Kernbereich mit der Aufzug-, Sanitär und Fluchtstiegengruppe wird als tragender Aussteifungskern herangezogen.
Funktion
Das Erfordernis des Hauses als Verbindungsglied zwischen Kunsthalle und Karikaturmuseum wird durch die 23 m hohe Halle erreicht. Während die Halle alle Ausstellungesgeschosse im Inneren abbildet und erschliesst, verbindet sie in einer spannenden Art gleichzeitig durch einen respektvoll distanzierten Gang das Karikaturmuseum und durch einen museal eingerichteten unterirdischen Korridor das Kunsthaus.Während das neue Gebäude die Ausstellungsräume und den Verkaufsraum enthält, werden im Kunsthaus Bürobereich und Restaurant zentriert. Die Funktionen im Karikaturmuseum und Literaturhaus bleiben in vollem Umfang erhalten. Der Veranstaltungsbereich wird exponiert auf dem Dach des neuen Kunsthauses Krems positioniert. Prachtvoller Ausblick zur Donaulandschaft und Stift Göttweig sind garantiert. Alle Ausstellungsräume des Neubaus erhalten weiters kleine Chillout-Bereiche, wo die wunderbare umgebende Landschaft genossen werden kann. Das Untergeschoss des Neubaus enthält neben der Tiefgarage für 51 PKW und der Haustechnik den Anlieferungs- und Depotbereich. Die Zu- und Abfahrten erfolgen weit ab vom Kreisverkehr in der Steiner Donaulände. Durch die Aufnahme der städtebaulichen Linie des Sockelbaukörpers wird erreicht, dass der Anlieferbereich und Teile des Depots eine Höhe von mind. 4,50 m hat. Der restliche Teil des Kellers wird mit einer Raumhöhe von 3,00 m geplant.
Technik
Durch den mehrschaligen Aufbau der Fassade wird erreicht, dass im Innenraum optimale klimatische Bedingungen vorherrschen. Der Luftraum zwischen äusserer Schale und innerem Kern ermöglicht den Einsatz von Wärmerückgewinnung im Winter bzw. Kühlung im Sommer auf ökologische Art. Das Haus wird in Niedrigst-Energiebauweise geplant.