schließen

Bildungscampus Attemsgasse

Wien XXII
Neubau, 2013
schließen

Wettbewerbsbeitrag 2013
Stadt Wien, Magistratsabteilung 19

Das Ziel des Entwurfs liegt in seiner möglichst unterstützenden Anordnung für die Vernetzung von Kindergarten-, Schul- und Freizeitpädagogik. Als graphisches Vorbild für dieses Ziel wurde das System des "Honeycomb" herangezogen. Ausgehend von der kleinsten Einheit „Honigwabe“ (= Klasse, Kindergarten) wird der gemeinsame Bereich möglichst kompakt ins Zentrum gesetzt, so dass die äußere Schale möglichst gering ausfällt. Jeweils 2 Biber sind in Ihrer Anordnung so zusammengesetzt, dass sie über eine gemeinsame zentrale Erschließung horizontal und vertikal miteinander kommunizieren. Der Gebäudekomplex des Hauses nimmt den Verlauf der Attemsgasse auf. Durch die zweiteilige Anordnung des Gebäudes in 3 Geschossen an der Straßenfront entsteht in der Mitte der Vorplatz der Schule, ein großzügiger Platz, der zum Haupteingang hin fokussiert. Auf der Ostseite des Grundstücks befindet sich der Garten- und Freizeitbereich. Auch hier wird durch die bauliche Trennung von Turnhallen- und Kreativbereich ein großzügiger, übersichtlicher, trapezförmiger Freibereich erzeugt, der die Qualität einer eingeschossigen Hofsituation besitzt. Das Dach von Turn- und Kreativbereich ist begrünt und bietet ebenfalls Möglichkeiten für Outdooraktivitäten. Weiters entstehen durch diese Anordnung die gewünschten Ruhe- bzw. Aktivbereiche. Im Norden ist das Jugendzentrum, der Hartplatz bzw. Spiel- und Bewegungsraum (lärmintensiv) und im Süden der Lern-, Experimentier- und Rückzugsbereich (lärmarm) angeordnet. Das Erscheinungsbild der Fassade sieht eine möglichst ruhige, bandartige Ansicht vor. Durch die Anordnung von Terrassen zwischen den einzelnen Klassen entstehen unterschiedliche Fassadentiefen, welche ein interessantes Erscheinungsbild erzeugen. Weiters werden durch ausgewogene transparente Fassadenflächen Ausblicke ins Freie unterstützt. Warme, erdfarbene Materialien kombiniert mit vertrauten Elementen im Bereich der Möblierung und Wandoberflächen schaffen bergende und heimelige Atmosphären. Die Lage der Multifunktionsbereiche, der direkte Zugang zu den Terrassen, sowie die Lichtatrien garantieren Tageslicht auch in den Kernbereichen. Die vier Bildungsbereiche sind in den 2 Obergeschossen angeordnet und bilden den Kernbereich des Hauses. Alle gemeinsamen Funktionsbereiche befinden sich im Erdgeschoss bzw. Untergeschoss. Über die Eingangshalle im Zentrum des Hauses sind alle wesentlichen Funktionen und Erschließungen sofort erkennbar. Gleichzeitig wird der Blick ins Freie gewährleistet. Hohe Übersichtlichkeit und Transparenz sind dadurch gegeben. Im südlichen Bereich des Erdgeschosses befinden sich Kreativbereich, Therapie, Förderunterricht und die südorientierte Kinderkrippe. Im nördlichen Bereich das Jugendzentrum, die zentrale Aufwärmküche, sowie die kollegiale Führung mit FM. Über die Eingangshalle wird auch der Durchblick in die Turnhallen gewährt. Sitzstufen in diesem Bereich laden zum Verweilen und Zusehen ein. Der Zugang zur Turnhalle erfolgt über die Freitreppen ins Untergeschoss, wo auch die Umkleiden untergebracht sind. Das Gebäude wird von der Attemsgasse aus erschlossen, dessen Zentrum der Schulhof bildet. Im nördlichen Bereich sind die Stellplätze und die Anlieferung/Abholung angeordnet. Hier befindet sich auch der Zugang zum Hartplatz, dem Jugendzentrum und den Turnhallen. Weiters ist der externe Zugang für den Förderunterricht im südlichen Bereich angeordnet. Der Zugang zu Hartplatz und Turnhallen (externe Nutzung) wird auch von Westen her über den neuen Weg gewährt. Die notwendige Haustechnik-Zentrale ist zentral unter dem Schulgebäude angeordnet. Hier ergeben sich optimal kurze Wege für die Versorgungsleitungen. Neben der wärme- und schalltechnisch optimierten Fassadenhülle wird das Haus mit einem Wärmepumpensystem - Wärme bzw. Kälte aus dem Grundwasser - und kontrollierter Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Zur Verteilung der Wärme bzw. Kälte im Haus wird eine abgehängte Heiz-Kühldecke aus Metall-Akustikpaneelen eingesetzt. Der dazu notwendige Strom wird über eine Fotovoltaik-Anlage am Dach gewährleistet. Die erforderliche Bereitstellung der Restwärme erfolgt über den Fernwärmeanschluss.